Aronia

Wirkstoffprofil Aronia

Dunkel-violett bis schwarz sind sie und etwa so groß wie Erbsen: die Aroniabeeren, auch Apfelbeeren genannt. Roh schmecken sie häufig etwas herb und säuerlich. Meistens werden sie aber eh verarbeitet. Es gibt ganz verschiedene Produkte, Zubereitungen und Nahrungsergänzungsmittel. Die eigentliche Heimat der Sträucher ist Nordamerika, dort vor allem die Ostküste. Die Indianer mischten die Früchte mit anderen Beeren oder mit getrocknetem Fleisch und machten daraus eine Art Energie-Riegel.

Beeren sollen vor Strahlenschäden schützen

Weil die Pflanzen (sie gehören übrigens zu den Rosengewächsen) sehr widerstandsfähig und zäh sind, Wind, Wetter und Schädlingen trotzen, erlebten sie um das Jahr 1900 im heutigen Russland eine Blütezeit. Den Anfang machte hier der Obstzüchter Iwan Wladimirowitsch Mitschurin, der die Beeren anbaute. Interessant auch: Aroniatabletten, so heißt es, gehörten dort zur Notfallausrüstung von Spezialeinheiten des Militärs, denn die Inhaltsstoffe sollen gegen Schäden durch atomare Strahlung helfen. So wurde auch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 Aroniasaft verordnet (auf die Wirkung bei Strahlenbelastung kommen wir später noch einmal zurück). In Deutschland gibt es inzwischen ebenfalls immer mehr Aroniaplantagen – insbesondere im Osten des Landes. Übrigens nutzt die Lebensmittelindustrie die Früchte, um daraus einen dunklen Farbstoff zu gewinnen. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag die gesundheitsfördernden Effekte vorstellen.

Inhaltsstoffe fangen freie Radikale ab

Die Aroniabeeren sind begnadete „Radikalfänger“. Freie Radikale entstehen bei natürlichen Stoffwechselvorgängen, in größeren Mengen aber auch durch Rauchen, UV-Strahlung, Umweltgifte usw. Wenn die Radikale Überhand nehmen, entsteht „oxidativer Stress“. Die Radikale können immensen Schaden anrichten, Gewebe zerstören, Krankheiten und den Alterungsprozess fördern. Bei den Aroniabeeren sind es hauptsächlich die sekundären Pflanzenstoffe (sie heißen sekundär, weil die Pflanzen sie nicht unbedingt zum Leben brauchen), die als Antioxidantien wirken. In einem Test, der misst, wie stark die antioxidative Wirkung verschiedener Substanzen ausfällt, schnitten die Aroniabeeren weitaus besser ab als Preisel- und Blaubeeren sowie Cranberries.

Sekundäre Pflanzenstoffe sollen vor Krebs schützen

Indem die Aroniabeeren den freien Radikalen den Garaus machen, beugen sie Krebserkrankungen vor bzw. bekämpfen schon vorhandene Krebszellen. Überhaupt haben es die Krebszellen unter den Früchten nicht leicht, sie werden in ihrem Wachstum gehemmt und – vereinfacht ausgedrückt – geradezu in den Selbstmord getrieben (in der Fachsprache heißt das „Apoptose“). Sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole sind außerdem so etwas wie Schutzengel für das Erbgut, sodass es nicht so schnell entartet (mutiert). Das ist von Vorteil, weil Genmutationen das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken.

Abwehr gegen Erreger und Krebszellen wird gestärkt

Die körpereigene Abwehr ist im Zusammenhang mit Krebs ebenfalls von Bedeutung. Da die Aroniabeeren außerordentlich reich an Vitaminen (Vitamine A, B, C, E und K) und Mineralstoffen bzw. Spurenelementen (v.a. Kalium, aber auch Calcium, Magnesium) sind, stärken sie das Immunsystem. Zudem stellten Wissenschaftler in verschiedenen Untersuchungen fest, dass Aroniabeeren die unerwünschten Wirkungen von Chemo- und Strahlentherapien verringern können. Sie sehen also: Es sind verschiedene Mechanismen, die die Beeren als Anti-Krebs-Mittel auszeichnen. Die konkreten Effekte wurden in verschiedenen Studien geprüft. Positive Ergebnisse gab es zur Wirkung bei Darmkrebs, Brustkrebs, lymphatischer Leukämie und bösartigen Hirntumoren.

Auch Herz und Kreislauf profitieren von den Beeren

Ein weiteres Feld, auf dem die Früchte sich durchaus Anerkennung verdient haben, ist das der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also beispielsweise Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung), Verschlüsse durch Blutgerinnsel (Thrombosen) sowie der Herzinfarkt. Gemeinsam ist diesen Erkrankungen, dass bestimmte Gefäße oder Gefäßabschnitte nicht intakt sind, dass sie verengt, beschädigt oder verhärtet sind. Die Gründe dafür sind vielfältig. Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Werte beim Blutzucker und beim „schlechten“ Cholesterin (v.a. LDL), Übergewicht und bestimmte Medikamente können den Gefäßen schaden.

In Studien sanken Blutdruck und Blutzuckerwerte

Natürlich hängt das ganz entscheidend mit ungesunder Ernährung und mit Bewegungsmangel zusammen, auch genetische Faktoren sind nicht zu unterschätzen. Aber es hat sich in Studien gezeigt, dass die Aroniabeeren die Gefäße ordentlich durchputzen, Verklumpungen verhindern und zudem Cholesterin-, Blutzucker- und Blutdruckwerte verbessern können. Verantwortlich dafür sind offenbar auch hier die Polyphenole (z.B. Flavonole und Anthocyane), die in den Früchten enthalten sind.

Entzündungen werden gebremst

Einige der sekundären Pflanzenstoffe sollen zudem Entzündungen hemmen. Und Entzündungen sind nun einmal ein Dauerbrenner, wenn es um Krankheiten geht. Sie können an allen möglichen Stellen auftreten, im Magen, an den Augen, am Zahnfleisch, in der Leber, an Gelenken, Blase und Nieren. Auch bei der Entstehung von Krebs spielen Entzündungsprozesse vermutlich eine Rolle.

Aroniabeeren als gute Ergänzung zur Ernährung

Aroniabeeren sind also allein schon durch ihren hohen Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ideal, um die körpereigene Abwehr und die verschiedenen Funktionen des Körpers zu stärken. In den ausgereiften Beeren sind Analysen zufolge fast 50 Substanzen enthalten. Damit bringen sie bei Husten, Halsschmerzen und anderen Erkältungssymptomen Linderung. Darüber hinaus sind die Früchte gerade zur Vorbeugung von Krebs oder zur Therapieergänzung bei bestehenden Tumoren von Bedeutung. Zugleich profitieren die Gefäße und das Herz von den Inhaltsstoffen.

 

Studien:

  • Abdullah Thani NA, Sallis B, Nuttall R, Schubert FR, Ahsan M, Davies D, Purewal S, Cooper A, Rooprai HK: Induction of apoptosis and reduction of MMP gene expression in the U373 cell line by polyphenolics in Aronia melanocarpa and by curcumin. 2012.
  • Bell DR, Gochenaur K: Direct vasoactive and vasoprotective properties of anthocyanin-rich extracts. 2006.
  • Borissova P, Valcheva S, Belcheva A: Antiinflammatory effect of flavonoids in the natural juice from Aronia melanocarpa, rutin and rutin-magnesium complex on an experimental model of inflammation induced by histamine and serotonin. 1994.
  • Broncel M, Kozirog M, Duchnowicz P, Koter-Michalak M, Sikora J, Chojnowska-Jezierska J: Aronia melanocarpa extract reduces blood pressure, serum endothelin, lipid, and oxidative stress marker levels in patients with metabolic syndrome. 2010.
  • Gasiorowski K, Szyba K, Brokos B, Kołaczyńska B, Jankowiak-Włodarczyk M, Oszmiański J: Antimutagenic activity of anthocyanins isolated from Aronia melanocarpa fruits. 1997.
  • Kedzierska M, Malinowska J, Kontek B, Kołodziejczyk-Czepas J, Czernek U, Potemski P, Piekarski J, Jeziorski A, Olas B: Chemotherapy modulates the biological activity of breast cancer patients plasma: the protective properties of black chokeberry extract. 2012.
  • Ohgami K, Ilieva I, Shiratori K, Koyama Y, Jin XH, Yoshida K, Kase S, Kitaichi N, Suzuki Y, Tanaka T, Ohno S: Anti-inflammatory effects of aronia extract on rat endotoxin-induced uveitis. 2005.
  • Ryszawa N, Kawczyńska-Drózdz A, Pryjma J, Czesnikiewicz-Guzik M, Adamek-Guzik T, Naruszewicz M, Korbut R, Guzik TJ: Effects of novel plant antioxidants on platelet superoxide production and aggregation in atherosclerosis. 2006.
  • Sharif T, Alhosin M, Auger C, Minker C, Kim JH, Etienne-Selloum N, Bories P, Gronemeyer H, Lobstein A, Bronner C, Fuhrmann G, Schini-Kerth VB: Aronia melanocarpa juice induces a redox-sensitive p73-related caspase 3-dependent apoptosis in human leukemia cells. 2012.
  • Simeonov SB, Botushanov NP, Karahanian EB, Pavlova MB, Husianitis HK, Troev DM: Effects of Aronia melanocarpa juice as part of the dietary regimen in patients with diabetes mellitus. 2002.
  • Skoczynska A, Jedrychowska I, Poreba R, Affelska-Jercha A, Turczyn B, Wojakowska A et al.: Influence of chokeberry juice on arterial blood pressure and lipid parameters in men with mild hypercholesterolemia. 2007.
  • Valcheva-Kuzmanova S, Kuzmanov K, Mihova V, Krasnaliev I, Borisova P, Belcheva A: Antihyperlipidemic effect of Aronia melanocarpa fruit juice in rats fed a high-cholesterol diet. 2006.
  • Zapolska-Downar D, Bryk D, Małecki M, Hajdukiewicz K, Sitkiewicz D: Aronia melanocarpa fruit extract exhibits anti-inflammatory activity in human aortic endothelial cells. 2012.
  • Zhao C, Giusti MM, Malik M, Moyer MP, Magnuson BA: Effects of commercial anthocyanin-rich extracts on colonic cancer and nontumorigenic colonic cell growth. 2004.
  • Zheng W, Wang SY: Oxygen radical absorbing capacity of phenolics in blueberries, cranberries, chokeberries, and lingonberries. 2003.

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