Resveratrol

Resveratrol: das Potenzial der roten Weintraube

Schon die alten Griechen und Römer waren dem Wein nicht abgeneigt. Nicht nur als Genussmittel bei Festen, sondern auch im Rahmen von rituellen Zeremonien spielte der Saft der Weintraube eine große Rolle. Auch im Christentum ist der Wein fester Bestandteil der Liturgie. Man denke nur an die Feier der Kommunion zum Gedächtnis an Jesu Leib und Blut.

Was die Reben noch zu bieten haben

Aber was hat das edle Getränk über rauschhafte Feste und feierliche Zeremonien hinaus zu bieten? Kann es noch mehr als nur gute Stimmung verbreiten und einen geselligen Abend auflockern? Dazu lohnt es sich, einen Inhaltsstoff des Weines genauer unter die Lupe zu nehmen: das Resveratrol. Ihm werden nämlich verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt.

Der Naturstoff ist vor allem in roten Weintrauben, aber auch in vielen anderen Pflanzen und Früchten wie Himbeeren, Pflaumen und Erdnüssen enthalten. Er schützt sie vor Pilzen und Parasiten, aber auch vor äußeren Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung oder Kälte. Was für die Pflanzen gut ist, kann auch für den Menschen nicht verkehrt sein. Was genau die Substanz jedoch bewirkt, haben Forscher erst in den letzten Jahren näher untersucht und dabei interessante Ergebnisse gewonnen.

Rotweintrinker sind im Vorteil

Die spannendste Entdeckung ist dabei das sogenannte Bordeaux-Paradoxon oder Frankreich-Paradoxon. Denn ein Blick auf unsere westlichen Nachbarn zeigte, dass die Franzosen trotz einer üppigen Ernährung und einem hohen Zigarettenkonsum weniger oft einen Herzinfarkt erleiden und sogar im Schnitt etwas länger leben als andere Westeuropäer. Was machen sie also anders? Genau, sie trinken deutlich mehr Rotwein als wir, nehmen also auch mehr Resveratrol zu sich.

Freie Bahn durch die Gefäße

Vor allem die entzündungshemmende Wirkung von Resveratrol ist schon länger bekannt. Die Natursubstanz unterdrückt die Bildung bestimmter Botenstoffe und kann damit chronische Entzündungsprozesse aufhalten. In den Gefäßen können solche entzündlichen Veränderungen großen Schaden anrichten und zur Ausbildung einer Arteriosklerose führen. Das begünstigt wiederum Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und andere arterielle Verschlusskrankheiten. Viele experimentelle Studien, die die Wirkung auf einzelne Zellen und biochemische Abläufe in unserem Körper untersuchen, konnten einen gefäßschützenden Effekt von Resveratrol belegen. 

Gute Fette, schlechte Fette

Resveratrol hat auch auf die Blutfette eine günstige Wirkung. Es erhöht den Anteil des sogenannten HDL (High Density Lipoprotein) gegenüber seinem schädlichen Bruder LDL (Low Density Lipoprotein). Das LDL kann sich in Gefäßwände einlagern und sie längerfristig zerstören, während HDL das überschüssige LDL abtransportiert und die Gefäße damit freihält. Darüber hinaus steigert die Substanz auch die Aktivität bestimmter Enzyme (Beschleuniger biochemischer Abläufe), die die Gefäßwand entspannen und eine Verklumpung von Blutzellen verhindern. Der thrombenhemmende Wirkmechanismus entspricht dem der Acetylsalicylsäure in Aspirin bzw. ASS, das zur Vorbeugung eines Herzinfarktes eingesetzt wird.

Auch dem Blutzucker geht es an den Kragen

All diese Wirkungen vermindern auch das Risiko für eine weitere Volkskrankheit, die in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt und heutzutage oft bereits im Kindesalter auftritt: Die Rede ist vom Diabetes mellitus Typ II. Bei der Erkrankung sprechen die Körperzellen nur noch schlecht auf das Insulin der Bauchspeicheldrüse an. Der Zucker im Blut wird dadurch weniger gut abtransportiert und verwertet. Der Blutzuckerspiegel steigt an und kann langfristig zu Organschäden führen.
Resveratrol senkt die Blutzuckerkonzentration, indem es die insulinabhängige Glucoseaufnahme in die Zellen fördert und die Energiebereitstellung verbessert. Daneben sensibilisiert es die Zellen wieder für Insulin, so dass weniger davon benötigt und die Bauchspeicheldrüse entlastet wird. Und schließlich schützt Resveratrol die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse vor oxidativen Schäden, indem es Enzyme aktiviert, die freie Radikale abfangen.

Effektiver Schutz für die Zellen

Aber Resveratrol hat noch mehr zu bieten. Es schützt die Zellen in unserem Körper und bewahrt biologische Membranen (Trennschichten) vor einem vorzeitigen Abbau. Tatsächlich konnte ein positiver Effekt auf die Entwicklung und das Fortschreiten altersbedingter Erkrankungen beobachtet werden. Resveratrol aktiviert mit einer Reihe anderer natürlicher Substanzen sogenannte Sirtuine, eine Gruppe von Enzymen, die an zahlreichen biochemischen Prozessen beteiligt sind. Sie beeinflussen allgemein den Zellstoffwechsel und die Alterungsprozesse, indem sie die Zellteilung verlangsamen, den Zelluntergang verzögern und so die Lebensdauer der Zelle verlängern. Außerdem schützen sie die Zellen vor oxidativem Stress und unsere Erbsubstanz vor Mutationen.  

Resveratrol gegen Alzheimer und Krebs

Damit ist Resveratrol auch immer wieder als Mittel bzw. zur Vorbeugung gegen neurodegenerative sowie Krebserkrankungen im Gespräch. Bei der Alzheimer-Demenz etwa gehen Zellen des Zentralnervensystems zugrunde. Bestimmte Proteine, sogenannte Amyloid-Plaques, lagern sich dabei auf der Zelloberfläche ab und stören die Signalweiterleitung der Nervenzellen, bis diese schließlich absterben. Bestimmte Verbindungen, sogenannte Polyphenole aus Resveratrol wirken diesem Prozess entgegen.
Bei bösartigen Erkrankungen wiederum kommt es durch Veränderungen in der Erbinformation zur Entartung von Zellen, die dann nicht mehr dem üblichen Zellzyklus unterliegen, sondern sich ungezügelt ausbreiten. Außerdem scheinen auch entzündliche Prozesse bei der Tumorbildung eine Rolle zu spielen. Mit seinen antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen kann Resveratrol diesem unkontrollierten Geschehen Einhalt gebieten.

Studienergebnisse lassen hoffen

Noch muss der Naturstoff aus der roten Weintraube einige Bewährungsproben bestehen. So sind viele der bisherigen Studien rein experimentell und nur an isolierten Geweben im Labor oder an Tieren durchgeführt worden. Trotzdem sind sie ermutigend und wecken die Hoffnung, dass gegen manche Erkrankung, die wie schicksalhaft vom Himmel gefallen zu sein scheint, vielleicht doch ein Kraut gewachsen ist.

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Ausgewählte Quellen und Studien:

  • Barlow J: Components in grapes inhibit enzyme key to proliferation of cancer cells, Research News, Illinois News Bureau, März 2005.
  • Formica JV, Regelson W: Review of the biology of quercetin and related bioflavonoids. Food and Chemical Toxicology, Volume 33, Issue 12, December 1995, Pages 1061–1080.
  • Freedman JE et al: Select flavonoids and whole juice from purple grapes inhibit platelet function and enhance nitric oxide release. Circulation, 2001 Jun 12;103(23):2792-8.
  • Levi F et al.: Resveratrol and breast cancer risk. Eur J Cancer Prev., April 2005.
  • Liu K: Effect of resveratrol on glucose control and insulin sensitivity: a meta-analysis of 11 randomized controlled trials. The American Journal of Clinical Nutrition, 99(6):1510-9, doi: 10.3945/ajcn.113.082024.
  • Patel KR et al.: Sulfate Metabolites Provide an Intracellular Pool for Resveratrol Generation and Induce Autophagy with Senescence, Sci Transl Med. 2013 Oct 2;5(205):205ra133.
  • Zhang F: Anti-inflammatory activities of resveratrol in the brain: role of resveratrol in microglial activation. European Journal of Pharmacology, 636(1-3):1-7, doi: 10.1016/j.ejphar.2010.03.043.
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