Weizengras

Wirkstoffprofil Weizengras

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Das Feld ist saftig grün; von den goldgelben Weizenähren ist noch nichts zu sehen. Die jungen Halme, die sich da im Wind wiegen, werden Weizengräser genannt. Nur ein bis zwei Wochen, nachdem die Keimlinge gesetzt wurden, werden die Gräser geerntet. Sie sind normalerweise die Kraftquelle für den Weizen, denn in den Halmen sind alle Nährstoffe gebündelt, die das Korn zum Wachsen benötigt.

Weizengras ist sehr reich an Vitaminen

Wir Menschen können die Gräser ebenfalls gut gebrauchen. Schon vor Tausenden von Jahren wurden die Halme als Lebensmittel, aber auch als Heilmittel genutzt, beispielsweise in China. Denn in den Gräsern stecken jede Menge Mineralstoffe, Spurenelemente und wichtige Aminosäuren. Natürlich haben die Pflanzen zudem allerlei Vitamine zu bieten: neben Vitamin A, C, D, E und K auch Vitamine der B-Gruppe (und hier sogar Vitamin B12, das in Pflanzen eher selten vorkommt und für die Blutbildung und das Nervensystem wichtig ist).

Halme bieten eine große Portion Chlorophyll

Außerdem beinhalten die Gräser sehr viel Chlorophyll – mehr als die meisten anderen Pflanzen. Der genaue Anteil dieses grünen Pflanzenfarbstoffes schwankt allerdings stark und hängt unter anderem davon ab, wann und wo die Gräser geerntet werden. Eines steht aber fest: Im Gegensatz zum Weizenkorn enthält das Weizengras kein Gluten, was Menschen mit einer entsprechenden Unverträglichkeit zu Gute kommt.

Linderung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Der Darm profitiert aber nicht nur davon, dass er sich nicht mit Gluten auseinandersetzen muss. Generell ist Weizengras eine Wohltat für einen angegriffenen Verdauungstrakt, zum Beispiel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa. Eine Studie in Israel zeigte, dass Patienten, bei denen die Krankheit gerade aktiv war und florierte, durch Weizengrassaft eine deutliche Besserung erfuhren. Außerdem gingen die rektalen Blutungen zurück (also Blut aus dem Darm, das dann meistens im Stuhl sichtbar ist). Das zumindest war das Ergebnis, nachdem die Betroffenen einen Monat lang 100 ml Weizengrassaft pro Tag bekommen hatten.

Gräser sind stark im Kampf gegen freie Radikale

Diese positiven Ergebnisse haben – so vermuten die Forscher – damit zu tun, dass Weizengras recht erfolgreich darin ist, freie Radikale abzufangen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer antioxidativen Wirkung. Freie Radikale entstehen bei vielen Stoffwechselvorgängen. Stress, Rauchen, Umweltgifte und bestimmte Nahrungsmittel treiben die Zahl der freien Radikale maßlos in die Höhe. Diese setzen dann zum Großmanöver an: Sie versuchen auf ziemlich aggressive und unverschämte Weise, Elektronen an sich zu reißen. Dazu attackieren sie alle möglichen Zellen und schädigen Gewebe sowie Organe.

Vermutlich positiver Einfluss auf Krebstherapie

Freie Radikale gelten damit auch als mögliche Mitverursacher von Krebserkrankungen. Das bedeutet umgekehrt: Pflanzenstoffe wie Weizengras, die die Radikale unschädlich machen, können offenbar bis zu einem gewissen Grad vor Krebs schützen. Aber noch ein weiterer Aspekt ist durchaus beachtlich. Weizengras reduzierte in einer Erhebung bestimmte Nebenwirkungen der Chemotherapie. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Brustkrebspatientinnen. Bei den Probandinnen, die Weizengrassaft bekommen hatten, fiel die schädigende Wirkung der Chemotherapie auf das Knochenmark geringer aus als bei denjenigen, die nicht mit Weizengras behandelt worden waren.

Chlorophyll hemmt krebserregende Stoffe

Und dann ist da noch – wie oben schon erwähnt – das Chlorophyll. Es hat sich gezeigt, dass es den Körper von Umweltgiften und Schwermetallen befreit und somit einmal mehr dafür sorgt, dass das Krebsrisiko sinkt. Spannend ist zudem, dass der grüne Pflanzenfarbstoff in seiner Struktur dem roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, gleicht. Dementsprechend wird Chlorophyll auch als „grünes Blut“ bezeichnet. Kein Wunder also, dass es die Blutbildung ankurbelt und einem Eisenmangel entgegenwirkt. Abgesehen davon ist Chlorophyll basisch und damit ein Gegengewicht zu unserer häufig zu säurehaltigen Ernährung.

Augen und Gefäße profitieren ebenfalls von Weizengras

Auch den Augen können Sie möglicherweise etwas Gutes tun, wenn Sie Weizengras zu sich nehmen. Zu verdanken ist das dem Inhaltsstoff Lutein. Forscher des Max Rubner-Instituts in Karlsruhe beobachteten in einer Studie zu Weizengras, dass der Luteinspiegel im Blutplasma der Probanden deutlich nach oben ging. Lutein wiederum ähnelt dem „Karottenfarbstoff“ Beta-Carotin. Gemeinsam ist beiden, dass sie die Sehkraft stärken und überhaupt die Funktionen der Augen unterstützen. So spricht einiges dafür, dass Lutein auch einer altersbedingten Makuladegeneration vorbeugt, bei der die Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Macula lutea) beeinträchtigt ist. Zudem lässt eine Untersuchung chinesischer Wissenschaftler vermuten, dass Lutein vor Arteriosklerose (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“) schützt.

Fazit: Weizengras punktet auf vielen Gebieten

Studien und Untersuchungen haben gezeigt: Weizengras ist schon allein aufgrund der vielen verschiedenen, gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ein ganz besonderer Naturstoff unter den pflanzlichen Lebens- bzw. Heilmitteln. Eine Besonderheit ist sicher der hohe Anteil an Chlorophyll. Aber auch die üppige Ausstattung mit Vitaminen und Mineralstoffen spricht für diese knallgrünen Halme. Insofern ist Weizengras generell eine gute Ergänzung zur Ernährung. Ganz gezielt lässt es sich zudem bei den genannten Krankheiten wie Krebs, Colitis ulcerosa, Arteriosklerose sowie bei Problemen mit den Augen einsetzen.

Produkte

Studien:

  • Bar-Sela G, Tsalic M, Fried G, Goldberg H: Wheat grass juice may improve hematological toxicity related to chemotherapy in breast cancer patients: a pilot study. 2007.
  • Ben-Arye E, Goldin E, Wengrower D, Stamper A, Kohn R, Berry E: Wheat grass juice in the treatment of active distal ulcerative colitis: a randomized double-blind placebo-controlled trial. 2002.
  • Kulkarni SD, Tilak JC, Acharya R, Rajurkar NS, Devasagayam TP, Reddy AV: Evaluation of the antioxidant activity of wheatgrass (Triticum aestivum L.) as a function of growth under different conditions. 2006.
  • Marawaha RK, Bansal D, Kaur S, Trehan A: Wheat grass juice reduces transfusion requirement in patients with thalassemia major: a pilot study. 2004.
  • Zou Z, Xu X, Huang Y, Xiao X, Ma L, Sun T, Dong P, Wang X, Lin X: High serum level of lutein may be protective against early atherosclerosis: the Beijing atherosclerosis study. 2011.
Nach oben