Omega 3

Wirkstoffprofil Omega-3-Fettsäuren

Beim Thema Fett und Gesundheit zucken Sie vielleicht zusammen. Kein Wunder: Fett gilt allgemein als Dickmacher, Kalorien- und Cholesterinbombe. Aber es kommt (wie fast immer) darauf an, das richtige Maß zu finden. Grundsätzlich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, dass die Nahrung, die Sie zu sich nehmen, insgesamt nicht mehr als 30% Fett enthalten sollte. Wenn Sie das einhalten, dann tun Sie damit schon etwas für Ihre Gesundheit. Optimieren können Sie das, indem Sie darauf achten, welche Fette Sie verzehren.

Vielen Menschen mangelt es an Omega-3-Fettsäuren

Während die meisten von uns unterm Strich mehr als genug Fett aufnehmen, ist der Anteil an Omega-3-Fettsäuren häufig eher zu niedrig. Dabei sind sie erstaunliche Multitalente, die allerlei positive Wirkungen zu bieten haben. Hier seien erst einmal nur ein paar Stichworte genannt: Omega-3-Fettsäuren sollen Entzündungen bremsen, die körpereigene Abwehr stärken, die Zellen schützen und sich günstig auf den Blutdruck und den Blutzucker auswirken. Damit sind diese Fettsäuren gefragt, wenn es um die Linderung von Krankheiten geht.

Omega-3-Fettsäuren stellen sich gegen Krebszellen

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren mit einer beachtlichen Vehemenz, mit Tricks und klugen Strategien Krebszellen bekämpfen oder dafür sorgen, dass diese gar nicht erst entstehen. Aber wie genau machen die Omega-3-Fettsäuren das? Zunächst einmal haben sie die Fähigkeit, freie Radikale abzufangen und somit unschädlich zu machen. Das ist gut. Denn wenn zu viele dieser freien Radikale durch unseren Körper geistern, können sie zerstörerische Prozesse in Gang setzen und zum Beispiel Krebs begünstigen. Man spricht hier auch von oxidativem Stress. Außerdem fördern die Omega-3-Fettsäuren die genetische Stabilität der Zellen, was die Zellen wiederum widerstandsfähiger gegen Krebs macht.

Fettsäuren treiben schädliche Zellen in den Selbstmord

Sind schon Krebszellen vorhanden, so bringen Omega-3-Fettsäuren sie offenbar dazu, sich selbst zu zerstören. Dass Zellen in unserem Körper nach einer gewissen Zeit absterben, ist ganz normal und wichtig (man nennt das auch Apoptose, was so viel wie „programmierter Zelltod“ heißt). Denn nur so entsteht Platz für neue, frische Zellen. Tumorzellen scheren hier aber meistens aus und lassen sich kaum unterkriegen. Es sei denn, sie begegnen bestimmten Substanzen wie Omega-3-Fettsäuren, die wie kleine Zellpolizisten auftreten und die Krebszellen in die Schranken weisen. Dass das tatsächlich geschieht, wurde in Untersuchungen zu Brust- sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs bestätigt – allerdings nicht bei Menschen selbst, sondern in Versuchen mit Tieren oder im Reagenzglas.

Entzündungen lassen nach

Zudem bremsen Omega-3-Fettsäuren Entzündungen. Das ist deshalb von Bedeutung, weil vor allem bestimmte chronische Entzündungen die Anfälligkeit für Krebs erhöhen können. Aber natürlich geht es nicht nur um das Krebsrisiko. Generell ist der Leidensdruck von Patienten mit solchen chronischen Erkrankungen häufig hoch. Umso besser also, wenn die Fettsäuren Linderung bringen. Positive Wirkungen haben sie beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte und Multipler Sklerose gezeigt.

Herz-Kreislauf-System profitiert von Omega-3-Fettsäuren

Während Fett allgemein im Verruf steht, Herz und Gefäße zu belasten, bewirken die Omega-3-Fettsäuren offenbar genau das Gegenteil. Tests und Untersuchungen brachten folgende Ergebnisse: Zu hohe Blutdruckwerte gingen herunter, das Diabetes-Risiko verringerte sich, die Blutplättchen neigten weniger dazu zu verklumpen. Das geschieht unter anderem dadurch, dass die Gefäße und die Blutkörperchen durch Omega-3-Fettsäuren schön elastisch und beweglich bleiben. Zudem funktionieren die Insulinrezeptoren der Zellen wieder besser, sodass sich der Blutzuckerspiegel normalisiert. Auch auf den Herzrhythmus wirken die Fettsäuren ausgleichend. All diese Faktoren führen letztlich dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Thrombose zu erleiden, sinkt.

Konzentration und Gedächtnisleistung werden gefördert

Die Omega-3-Fettsäuren sorgen darüber hinaus dafür, dass die Hirn- und Gedächtniszellen wie geschmiert arbeiten und die Weitergabe von Informationen schnell und reibungslos über die Bühne geht. Deutlich wurde das in Studien, bei denen Menschen mit einer vergleichsweise hohen Omega-3-Zufuhr eine bessere Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit bewiesen als Menschen, bei denen es mit den Fettsäuren nicht ganz so rosig aussah. Auch Kinder, die unter ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) leiden, sind offenbar durch Omega-3-Fettsäuren wieder fokussierter.

Pflanzliche Produkte enthalten vor allem die Alpha-Linolensäure

Fakt ist, dass Sie sich mit den Omega-3-Fettsäuren in vielerlei Hinsicht etwas Gutes tun können. Auch wenn es sich im ersten Moment möglicherweise kompliziert anhört, möchten wir Ihnen noch ein wenig Hintergrundwissen mitgeben. Denn es gibt nicht die eine Omega-3-Fettsäure, sondern mehrere verschiedene. Und das ist von großer Bedeutung. Denn wenn Sie nur eine Sorte aufnehmen, mangelt es Ihnen möglicherweise an anderen Fettsäuren. So steckt in pflanzlichen Produkten wie Leinöl oder Chiaöl zunächst einmal nur die sogenannte Alpha-Linolensäure (kurz ALA).

Wichtige andere Omega-3-Fettsäuren stecken in Fisch und Algen

Aus der Alpha-Linolensäure kann der Körper weitere, sehr wichtige Omega-3-Fettsäuren produzieren. Dabei handelt es sich um die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA). Allerdings gelingt diese Umwandlung nur zu einem recht geringen Teil. Das bedeutet: Nicht immer genügt es, Omega-3-Fettsäuren ausschließlich durch pflanzliche Kost zuzuführen. EPA und DHA gibt es aber auch direkt, und zwar in fetten Fischsorten wie Hering, Lachs und Makrele sowie in pflanzenartigen Lebewesen: bestimmten Algen. Nachhelfen können Sie auch mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln.

Verhältnis zu Omega-6-Fettsäuren spielt auch eine Rolle

Übrigens: Der Name der Omega-3-Fettsäuren hängt mit der Struktur zusammen. Sie unterscheidet sich beispielsweise von der der Omega-6-Fettsäuren. Auch letztere sind für uns wichtig. Nehmen wir aber zu viele davon auf, ist das eher kontraproduktiv. Und das ist bei den meisten leider der Fall. Denn im Gegensatz zu den Omega-3-Fettsäuren stecken die Omega-6-Fettsäuren in vielen verschiedenen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Eiern und Milchprodukten.

 

Produkte

Studien:

  • Bloch MH, Qawasmi A: Omega-3 fatty acid supplementation for the treatment of children with attention-deficit/hyperactivity disorder symptomatology: systematic review and meta-analysis. 2014.
  • Corsetto PA, Montorfano G, Zava S, Jovenitti IE, Cremona A, Berra B, Rizzo AM: Effects of n-3 PUFAs on breast cancer cells through their incorporation in plasma membrane. 2011.
  • Daviglus ML, Stamler J, Orencia AJ, Dyer AR, Liu K, Greenland P, Walsh MK, Morris D, Shekelle RB: Fish consumption and the 30-year risk of fatal myocardial infarction. 1997.
  • Engler MB, Engler MM: Docosahexaenoic acid-induced vasorelaxation in hypertensive rats: mechanisms of action. 2000.
  • Fukui M, Kang KS, Okada K, Zhu BT: EPA, an omega-3 fatty acid, induces apoptosis in human pancreatic cancer cells: role of ROS accumulation, caspase-8 activation, and autophagy induction. 2013.
  • Hansen-Krone IJ, Enga KF, Südduth-Klinger JM, Mathiesen EB, Njølstad I, Wilsgaard T, Watkins S, Brækkan SK, Hansen JB: High Fish plus Fish Oil Intake Is Associated with Slightly Reduced Risk of Venous Thromboembolism: The Tromsø Study. 2014.
  • Hoshi T, Wissuwa B, Tian Y, Tajima N, Xu R, Bauer M, Heinemann SH, Hou S: Omega-3 fatty acids lower blood pressure by directly activating large-conductance Ca²⁺-dependent K⁺ channels. 2013.
  • Kang KS, Wang P, Yamabe N, Fukui M, Jay T, Zhu BT: Docosahexaenoic acid induces apoptosis in MCF-7 cells in vitro and in vivo via reactive oxygen species formation and caspase 8 activation. 2010.
  • Kiecolt-Glaser JK, Epel ES, Belury MA, Andridge R, Lin J, Glaser R, Malarkey WB, Hwang BS, Blackburn E: Omega-3 fatty acids, oxidative stress, and leukocyte telomere length: A randomized controlled trial. 2013.
  • Kromhout D, Bosschieter EB, de Lezenne Coulander C: The inverse relation between fish consumption and 20-year mortality from coronary heart disease. 1985.
  • Laviano A, Rianda S, Molfino A, Rossi Fanelli F. Omega-3 fatty acids in cancer. 2013.
  • Leaf A, Kang JX, Xiao YF, Billman GE: Clinical prevention of sudden cardiac death by n-3 polyunsaturated fatty acids and mechanism of prevention of arrhythmias by n-3 fish oils. 2003.
  • Meyer KA, Kushi LH, Jacobs DR Jr, Folsom AR: Dietary fat and incidence of type 2 diabetes in older Iowa women. 2001.
  • Miller PE, Van Elswyk M, Alexander DD: Long-chain omega-3 fatty acids eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid and blood pressure: a meta-analysis of randomized controlled trials. 2014.
  • Mozaffarian D, Rimm EB: Fish intake, contaminants, and human health: evaluating the risks and the benefits. 2006.
  • Nilsson A, Radeborg K, Salo I, Björck I: Effects of supplementation with n-3 polyunsaturated fatty acids on cognitive performance and cardiometabolic risk markers in healthy 51 to 72 years old subjects: a randomized controlled cross-over study. 2012.
  • Oomen CM, Feskens EJ, Räsänen L, Fidanza F, Nissinen AM, Menotti A, Kok FJ, Kromhout D: Fish consumption and coronary heart disease mortality in Finland, Italy, and The Netherlands. 2000.
  • Salmerón J, Hu FB, Manson JE, Stampfer MJ, Colditz GA, Rimm EB, Willett WC: Dietary fat intake and risk of type 2 diabetes in women. 2001.
  • Simopoulos AP: Omega-3 fatty acids in inflammation and autoimmune diseases. 2002.
  • Singer P, Wirth M: Can n-3 PUFA reduce cardiac arrhythmias? Results of a clinical trial. 2004.
  • Tan ZS, Harris WS, Beiser AS, Au R, Himali JJ, Debette S, Pikula A, Decarli C, Wolf PA, Vasan RS, Robins SJ, Seshadri S: Red blood cell ω-3 fatty acid levels and markers of accelerated brain aging. 2012.
  • Xun P, Hou N, Daviglus M, Liu K, Morris JS, Shikany JM, Sidney S, Jacobs DR, He K: Fish oil, selenium and mercury in relation to incidence of hypertension: a 20-year follow-up study. 2011.
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